Die Domäne

Gruppenbesuche 

Gruppen mit minimal 15 Personen können geführte Rundgänge buchen, die ca. eine Stunde dauern (5 € p. P.). Sie erleben einen lehrreichen und gesunden Spaziergang durch eine Traumnatur. 

Die Wandmalereien von Roger Raveel im Keller der Villa sind auch zu besichtigen, für weitere 5 € pro Person. Beide Touren sind zu kombinieren für 10 € pro Person. 

Für weitere Informationen: Tel. 0032(0)9 356 81 82, oder info@parkvanbeervelde.be
 

Ein

Spaziergang durch den Park

 

Während der Gartentage ist ein Spaziergang durch den Park nicht nur nicht verboten, sondern im Gegenteil ein Zeichen der Anerkennung für unsere Arbeit.

Mit diesem Text und dem zugehörigen Plan haben Sie alles in der Hand, um den Park zu erkunden.

 

Außerhalb der Gartentage wird nicht ausdrücklich Werbung für einen Gang durch den Park gemacht, aber es ist keineswegs verboten. Der hierfür vorgesehen Eingang und auch ein Parkplatz befinden sich an der Toverstraat. Allerdings möchten wir gerne wissen, wer sich im Park ergeht. Dazu sollten Sie sich im Sekretariat (siehe Plan) anmelden. Wir versichern Ihnen, dass es kein Problem der Privatsphäre ist. Eher liegt uns daran, dass der Park ein Ort der Stille und Erholung bleibt. Hinzu kommt, dass jede Art des Zugänglichmachens unweigerlich Mehrarbeit und somit Mehrkosten mit sich bringt, z. B. für das Beseitigen von hinterlassenem Abfall, Kosten, die niemand bezahlen möchte. Außerdem, sie mögen das glauben oder nicht, es ist nicht möglich, den Park viel öfter als zweimal im Jahr den Park (für die Gartentage) dem großen Publikum zu öffnen, da wir es nicht bewältigen können, die Domäne häufiger in perfekt vorzeigbarem Zustand zu präsentieren.

 

1.    Dieses 25 ha große Gelände gehört seit 1783, also seit 230 Jahren ein und derselben Familie. Die heutige Gestaltungsform als Englischer Landschaftsgarten datiert aus dem Jahr 1873, aus der Zeit der Romantik. Die Grundidee einer solchen Entwurfs ist die Überlegung, auf relativ kleiner Fläche alle Elemente zu vereinen, die man sich in einer idealen natürlichen Landschaft vorstellt: Romantische Aussichten, hügelige Wiesen, die Illusion einer Lichtung in einem großen Wald, sich schlängelnde Pfade, überraschende Wasserpartien, kleine Brücken und märchenhafte Bauwerke.

Die Spielregel hierfür lautet: „Er ist zwar künstlich angelegt, soll aber natürlich aussehen!

 

2.    Hier können Sie zwar geradeaus gehen, Interessanter ist es, hier rechts abzubiegen. Die Rhododendren, die Sie links des kleinen Pfades sehen, standen – natürlich als bedeutend kleinere Pflanzen – 1985 auf den Foralien, der großen fünfjährlichen Gartenbauausstellung in Gent.

3.     Rechts des Weges eröffnet sich ein bemerkenswertes Szenario. Schwer zu beschreiben, sehr schön, aber es kostet doch etwas Bemühen (eine Stunde pro Jahr), dieses Resultat zu erzielen.

4.    Links von Ihnen, unter einer dicken Lage Erde: ein Eiskeller. Früher, bevor man Kühlschränke hatte oder man selbst Eis machen konnte, wurde im Winter Eis aus dem Teich geholt und hier aufbewahrt. Heute ist der Eiskeller das ideale Winterquartier für rund 20 Fledermäuse. Von hieraus können Sie entweder geradeaus gehen oder dem kleinen Pfad zu Nr. 5 folgen.

5.    Ein wunderbares Beispiel eines 'woodland garden' mit großen (laubabwerfenden) Azaleen und monumentalen Buchen und Eichen. Von letzteren sind leider in den letzten Monaten vier Exemplare abgestorben. Es wird sehr mühsam sein, all das Holz aus dem Wald zu entfernen, ohne Schaden an den übrigen Gewächsen anzurichten.

6.    Hier haben Sie die Wahl, entweder geradeaus zu gehen oder nach links abzubiegen. Sie folgen dann einer kürzeren Strecke, wo Sie von der Brücke (12) aus eine schöne Aussicht auf den Teich haben. Der Weg zwischen (6) und (7) verläuft durch eine Sammlung Hamamelis (Zaubernuss), die viele Sämlinge hervorbringen. Die großen Sträucher sind im Februar zur Zeit ihrer Blüte eine wahre Augenweide.

7.     „Keyzerlo“. Hier kann der Wanderer zwischen dem alten Weg links und dem neuen rechts wählen. 'Loo' oder 'lo' ist ein alter Name für eine Lichtung, die von Menschen geschaffen wurde, (auf Deutsch: Lohe oder Loh). Viele Namen enthalten diese Nach- oder Vorsilbe (Lo-Christi, Beverlo, Tongerlo und auch Waterloo …), Keyzerlo heißt dieser Ort zu Ehren von César De Keyzer und seiner Frau Rosine Matthijs, einem Züchterehepaar aus Lochristi. Sie haben, neben dem kommerziellen Sortiment, immer sehr viel Wert auf das Wiederauffinden alter Varietäten laubabwerfender Azaleen (sog. Gentse Harde, winterharte Azaleen) gelegt und sie dann mit viel Mühe vermehrt. Alle neu angepflanzten Azaleen in diesem Waldstück kommen aus ihrer Zucht.

8.    Nach einem kurzen Stück Weg durch den dunklen Teil des Waldes, wo nur noch Dornfarne unter den Bäumen wachsen, kommen wir zu einem lichten Platz,  der umgeben ist von Rhododendren und stattlichen wilden Azaleen (Rhododendron luteum, früher Azalea pontica). Besonders schön blühen sie im Mai.

9.    Ganz plötzlich öffnet sich der Wald. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das Kutschhaus (früher die Garagen der Fahrzeuge der Familie). Manchmal sagen die Leute, dass Beervelde kein Schloss besitzt (und wirklich, es wurde 1948 abgerissen). Darauf entgegnet der Graf humorvoll, dass die Domäne vielleicht kein Schloss hat, dafür aber die schönsten Garagen der Welt.
* Das Schloss wurde tatsächlich 1948 abgerissen und die heutige Villa auf seinen Fundamenten erbaut.

10. Der Pavillon. Die Leute fragen sich oft, wozu dieses Gebäude eigentlich dient. Die Antwort lautet: Es steht hier einzig und allein als Blickfänger, seine einzige Aufgabe ist, schön in der Landschaft zu stehen. Von der Terrasse des Pavillons hat man eine schöne Aussicht auf die Villa, die 1948 auf der Stelle errichtet wurde, wo seit 1873 das Schloss gestanden hatte.

11. Von hier aus haben sie die Wahl: Entweder kehren Sie zurück in die reale Welt, oder Sie verlängern ihren Spaziergang durchs Paradies mit einem Gang durchs Grasland Richtung (12), (6) und etwas weiter (2), dem Ausgangspunkt des Spaziergangs.

12. Von der Brücke (12) hat man eine schöne Aussicht auf den Teich. Dieser wird nicht von einem Bach oder Flüsschen gespeist, sondern ausschließlich vom Grundwasser. Vor einigen Jahren, nach einem sehr trockenen Sommer, sank der Wasserspiegel so tief, dass alle Fische gestorben sind. Seither hat man Teile des Teiches tiefer ausgebaggert und vor kurzem wurden wieder Fische eingesetzt.


 
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